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Albrechtsburg

Albrechtsburg
Wahrzeichen der international berühmten "Porzellan-Stadt" ist der Burgberg mit seinem großartigen Ensemble aus Dom, Bischofsschloss, Kornhaus und der Albrechtsburg, dem ersten deutschen Schlossbau, der ersten deutschen Residenz der Wettiner und einem der schönsten Profanbauten der Spätgotik in Deutschland. Als im 15. Jahrhundert die wettiner Herrschaft zum bedeutendsten Kurfürstentum neben dem Kaiserhaus aufstieg, entstand die Albrechtsburg in ihren heutigen Ausmaßen. Auftraggeber für die imposante Anlage waren die Brüder Ernst und Albrecht von Wettin, die gemeinsam über Sachsen und Thüringen regierten. Unter der Leitung des bedeutenden Baumeisters Arnold von Westfalen wurde 1471 mit der Errichtung der neuen Residenz begonnen. Vollendet wurde die Anlage 1525.
Arnold von Westfalen revolutionierte als kurfürstlicher Baumeister entscheidend die vorherrschende spätgotische Baukunst. Neuartig - und noch heute zu bestaunen - sind die "Vorhangbogenfenster", der Verzicht auf die für die Gotik üblichen Strebenpfeiler und die einzigartigen Gewölbeformen, die "Zellengewölbe", die ihm den Ehrentitel "Meister der Wölbungsbaukunst" eintrug.
Als Meisterwerk des Treppenbaus ist der aus 111 Stufen bestehende "Große Wendelstein" an Leichtigkeit und filigraner Schönheit, die auf einer gewagten Konstruktionslösung beruhen, bis heute unübertroffen.
Als es 1485 zur Teilung des sächsischen Landes kam, da sich die beiden Brüder zerstritten hatten, wurde die Albrechtsburg nur noch als gelegentlicher Aufenthaltsort genutzt. Sie gehört heute zu den wenigen unverfälscht erhaltenen spätgotischen Profanbauten. Ihren Namen erhielt sie 1676 durch Johann Georg II. in Verehrung für Albrecht den Beherzten, einen der Erbauer. Bekannt wurde die Albrechtsburg auch durch die Meißner Porzellanmanufaktur, die auf Geheiß Augusts des Starken 1710 hier untergebracht wurde. Bis 1863 blieb die Manufaktur in der Albrechtsburg, dann wurde sie ins Triebischtal verlegt. Seitdem geht der Ruhm dieses Schlosses um die Welt.
Zwischen 1864 und 1881 fanden umfangreiche Massnahmen zur Reastaurierung statt. Aus dieser Zeit stammt auch die malerische Ausgestaltung der Räume. Die Wandmalereien zur Geschichte der Wettiner sowie zur Stadt Meißen schufen 11 Historienmaler der Deutschen Akademie der Bildenden Künste. Seit 1881 ist die Albrechtsburg ein Museum. Am 3. Oktober 1990 wurde hier der Freistaat Sachsen gegründet.
Publikumsmagnet heute ist die große Dauerausstellung "Mittelalterliche Plastik", ein Genuss für Kunstfreunde. In diesem Juwel der sächsischen Elbschlösser und bedeutenden Erbe mittelalterlicher deutscher Kultur hat die Gegenwart ihren Platz gefunden - stolze Vergangenheit in schönster Gegenwart!