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Zuschendorf

Zuschendorf
Nach dem Ende der Carlowitzschen Herrschaft auf Zuschendorf um 1695 wechselten die Besitzer häufig. So wurde u. a. 1730 vom kurfürstlichen Sekretarius Johann Georg Stöckel der Lustgarten angelegt. Auch das Wirken von Dr. Karl Heinrich Schulz und Freiherr Xaver von Lentz prägten Garten und Schloss. Bereits um 1894 wurde durch den Schlossherrn Xaver von Lentz ein Gewächshaus erbaut. Die Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts überstanden Schloss und Garten unbeschadet. Während das Schloss in der Nachkriegszeit jedoch zusehends verfiel, wurde der Garten anfangs von Kleingärtnern genutzt bis auch dieser verwilderte. Mit dem Kauf der Anlage 1988 durch das VEG Saatzucht Zierpflanzen Dresden und dem Vorhaben, Zierpflanzensammlungen zur Schau zu stellen, wurden der Verfall gestoppt und erste Rekonstruktionen von Schloss und Park eingeleitet. Im Herbst 1989 waren bereits eine umfangreiche Bonsaisammlung und einige Kamelien vor Ort. Durch die Gründung des Fördervereins Landschloss Pirna-Zuschendorf e.V. und die Bereitstellung umfangreicher Fördermittel durch Land, Landkreis, Bund, Stiftungen und Spender begann der systematische Wiederaufbau. Viele zum Teil jahrhundertealte Pflanzenschätze konnten so gerettet werden. Schwerpunkt der Zuschendorfer Sammlungen sind die "Sächsischen Moorbeetkulturen", Pflanzen mit ähnlichen Bodenansprüchen und gemeinsamer ostasiatischer Herkunft, aber zu verschiedenen Familien gehörig. In einer tausend Quadratmeter großen Glashausfläche ist das genetische Potential sächsischer Gartenbaugeschichte seit 1813 gesichert. Diese Pflanzen werden nicht nur museal bewahrt, sondern auch wissenschaftlich getestet und Gärtnereien als Mutterpflanzen zur Verfügung gestellt. Ergänzend dazu werden weitere Zeugnisse sächsischer Gartenbaugeschichte wie Literatur, Fotos und Zeichnungen gesammelt und archiviert. Sehenswert sind Kamelien, Azaleen, Rhododendren, Bonsai, Zwergobst-Bäumchen und Efeuarten.