Zur Fastnacht im Jahre 1415 nahm der Ritter Dietrich von Staupitz mit seinen Mannen im Handstreich die Burg Kriebstein ein. Der Markgraf Friedrich der Streitbare belagerte daraufhin die Burg.
Nach einer langen Zeit der Belagerung hielten es vor allem die Frauen auf Kriebstein nicht mehr aus. Die Gemahlin des Staupitz bat den Markgrafen, ob nicht wenigsten die Frauen mit dem Kostbarsten, was sie auf dem Rücken tragen können, die Burg verlassen dürften. Friedrich der Streitbare dachte wohl, als er dem zustimmte, an das Geschmeide der Frauen.
Er staunte aber nicht schlecht, als sich am nächsten Morgen das Burgtor öffnete, und die Frauen ihre Männer auf dem Rücken hinaustrugen. Über diese listige Tat der Frauen von Kriebstein war Friedrich der Streitbare so gerührt, dass er dem Staupitz, der eigentlich den Tod verdienst hätte, das Leben schenkte. Ganz ungeschoren kam er dennoch nicht davon: Er saß bis 1422 auf der Eilenburg ein.
Stolz und mächtig steht Kriebstein da und der Besucher spürt die alte Herrlichkeit: Zu ihrer Blütezeit im 16. Jahrhundert beherrschte die Burg 2 Städte und 33 Dörfer. In ihrer 600jährigen Geschichte wechselten über 30mal die Besitzer. Die urkundliche Ersterwähnung aus dem Jahre 1384 markiert zugleich den Baubeginn der Burg. Der mächtige Wohnturm, der die gut erhaltene Burg beherrscht, ist charakteristisch für den Burgenbau zur Zeit Karls IV. Bereits im 15. Jahrhundert hatte die Anlage durch das persönliche Wirken des berühmten Baumeisters Arnold von Westfalen ihre heutige Ausdehnung erreicht. Spätere Um- und Erweiterungsbauten - insbesondere die Aufstockungen aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts - fügen sich harmonisch in das in seiner Hauptbaumasse gotische Bauwerk ein. Die letzten größeren baulichen Veränderungen erfolgten in den Jahren 1866/68 in den Formen der Neogotik. Das Innenleben der Burg bietet eine überraschend große Anzahl von Wandmalereien aus der Gotik und der Renaissance in verschiedenen Räumen. Kunsthistoriker rühmen die Bemalung der Burgkapelle aus dem 15. Jahrhundert. Stilzimmer von der Gotik bis zum 19. Jahrhundert mit originalen Möbeln, bemalten Holzdecken, Öfen und Porträtbildern regen ebenso zum Nachdenken an wie die Gotische Halle, der Rittersaal, das Jagdzimmer, das "Schatzgewölbe" und der "Alexius-Altar" von 1520, ein Flügelaltar, der besonderen Seltenheitswert besitzt.
Eigentümer der Burg Kriebstein bis zur Enteignung im Sommer 1945 war die Familie von Arnim, dem sächsischen Zweig aus dem Hause Planitz bei Zwickau entstammend.
Bereits im Jahre 1930 wurden Teile der Burg für die Öffentlichkeit freigegeben. Das Museum Burg Kriebstein wurde 1949 neu eröffnet und war bis 1992 Kreismuseum des Landkreises Hainichen. Seit dem 01.01.1993 ist Burg Kriebstein Eigentum des Freistaates Sachsen.
Die Burg Kriebstein ist eine der schönsten Ritterburgen in Sachsen. Es erwartet Sie ein geschlossener, vollständig erhaltener Baukomplex aus der Spätgotik. Stilzimmer mit originalen Möbeln, bemalte Holzdecken, Öfen und Portraitbilder, eine gotische Halle, der Rittersaal, das "Schatzgewölbe" und der berühmte und bekannte "Alexius-Altar" von 1520 sowie ein Flügelaltar mit einem besonderen Seltenheitswert lassen Sie förmlich in die alten Zeiten reisen.
Mit einem "ritterlichen Festmahl" können Sie Ihren Rundgang stilgerecht abschließen und sich fühlen wie die einstigen Burgherren.
Die alljährlichen traditionellen Ritterspiele haben über die Region hinaus einen guten Namen und haben bei den Interessierten einen festen Platz im Terminkalender.
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