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Der Bergbau prägte in sehr starkem Maße die einheimische Kultur. Auf allen Gebieten, ob bei den Sitten und Gebräuchen, in der Volkskunst, in der Literatur, im Liedgut wie in der Musik und auch im kirchlichen Leben hinterließ der Bergbau starke Spuren und zeigt bis heute reichlich Wirkung.
Um 1168/69 begann in dem Gebiet, in dem bald darauf die Bergstadt Freiberg entstand, der erzgebirgische Bergbau. Im Erzgebirge dominierte lange der Bergbau auf Silber. Man gewann außerdem Zinn, Kupfer, Eisen, Wismut, Zink, Nickel, Blei, Uran, Arsen, Schwefel, Kalkstein, Serpentin, Edelsteine und andere Kostbarkeiten - teilweise in beträchtlichen Mengen. Zur Leitung des einheimischen Bergbaus waren hochqualifizierte Fachleute notwendig. Sie wurden an der 1765 gegründeten Bergakademie Freiberg ausgebildet, wo neben vielen anderen in- und ausländischen Studenten beispielsweise der Dichter Novalis und der Naturforscher Alexander von Humboldt studierten. Nur wenige hervorragende Persönlichkeiten, deren Wirken engstens mit dem Montanwesen verbunden war, können hier stellvertretend genannt werden: der Begründer der Montanwissenschaften Georgius Agricola, der beste Hüttenfachmann des 16. Jh. Lazarus Ercker, Oberberghauptmann und Montanwissenschaftler Abraham von Schönberg und der Blaufarbenunternehmer Hans Schnorr von Carolsfeld. Die Liste fortführen können: der Mitbegründer der Forstwissenschaft und Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz, der Erfinder des Neusilbers Ernst August Geitner und der Entdecker des chemischen Elements Germanium Clemens Winkler.
Im Mittelalter lassen sich an vielen Stellen des Gebirges bergbauliche Aktivitäten von zum Teil beträchtlichem Ausmaß nachweisen. Untrennbar mit dem Bergbau verbunden waren die Aufbereitungsanlagen und Schmelzhütten. Die größte Blüte erlebte der Bergbau zwischen 1470 und Mitte des 16. Jahrhunderts.
Tausende Menschen zog es in die Region, völlig neue Städte wurden gegründet. Annaberg gilt als erste Stadt der Renaissance nördlich der Alpen. Für die damalige Zeit war die Gründung der Bergstädte mit vielgestaltiger Infrastruktur, repräsentativen und prächtig ausgestatteten Kirchen und ansehnlichen Bürgerhäusern eine der grandiosesten kulturschöpferischen Taten überhaupt. Aufgrund der Vielzahl von Gruben, Poch- und Hüttenwerken, wasserwirtschaftlichen und weiteren technischen Anlagen bot das Erzgebirge schon damals das typische Erscheinungsbild eines Industriestandortes. Erst nach 1990 wurde der Bergbau in den letzten erzgebirgischen Revieren endgültig eingestellt.

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